„Einen Kaffee, bitte“: Höflichkeit und Grammatik zahlen sich beim Bestellen aus

5. Januar 2014

Straßencafe in ParisIn einem französischen Café steigt der Preis für einen Kaffee in die Höhe, wenn die Kunden beim Bestellen keine Höflichkeit an den Tag legen. Je freundlicher das beliebte Heißgetränk geordert wird, umso weniger muss bezahlt werden.

Unhöfliche Gäste müssen tiefer in die Tasche greifen

Wenn Sie das Café „La Petite Syrah“ im französischen Nizza betreten, sollten Sie dem Schild am Eingang ihre gesteigerte Aufmerksamkeit widmen. Denn dort wird den Gästen verdeutlicht, dass der Preis des bestellten Kaffees von der Art abhängt, wie sie ihn ordern. So kann es sein, dass es für dasselbe Getränk gleich drei unterschiedliche Preise gibt. Murmelt der Kunde beim Bestellen lediglich „Einen Kaffee“, so muss er sieben Euro dafür bezahlen. Hängt er noch das Wort „Bitte“ dazu, sind es lediglich 4,25 Euro. Wer die Bedienung zusätzlich mit einem freundlichen „Guten Tag“ begrüßt, muss lediglich 1,40 Euro begleichen. Der Besitzer des Cafés, Fabrice Pepino, versucht auf diese Weise seiner Kundschaft mehr Höflichkeit beziehungsweise bessere Manieren beizubringen. Was mittlerweile Alltag geworden ist, hat seinen Ursprung in einem Scherz. Der Grund hierfür war, dass man die oftmals gestresste Kundschaft an gewisse Höflichkeitsregeln erinnern wollte.

Höflichkeit + richtige Grammatik = günstiger Kaffee

Fabrice Pepino steht mit dieser Idee jedoch nicht alleine da. Denn bereits seit längerer Zeit führt ein Café in Sankt Petersburg dieselbe Preispolitik durch. Dort wird jedoch nicht nur hohen Wert auf die Höflichkeit, sondern ebenfalls auf die korrekte Grammatik gelegt. Machen Sie dort bei der Bestellung aus Ihrem Kaffee ein Neutrum, dann müssen Sie für das Heißgetränk ganze fünf Euro bezahlen. Mit der richtigen Maskulin-Form sind es nur noch vier Euro. Begrüßen Sie die Bedienung mit den Worten „Einen Kaffee, bitte“, fallen hierfür lediglich 2,50 Euro an. Für ein freundliches „Guten Tag! Einen Kaffee, bitte!“ begleichen Sie knappe 1,20 Euro. Die Reaktionen der Gäste auf die Erziehungsversuche fallen sehr differenziert aus. Bei dem französischen Café wird unter anderem darüber gelacht und der Cafébesitzer auf die Schippe genommen. Andere wiederum äußerten sich beispielsweise negativ über die schlechte Bedienung oder sehen darin eine weitere Einnahmequelle.

Gute Manieren zahlen sich aus

Je unhöflicher der Gast, desto teurer der Kaffee. Die Meinungen der Kunden gehen hierüber weit auseinander. Wer jedoch gute Manieren an den Tag legt, der bezahlt wesentlich weniger. Es lohnt sich also, höflich zu sein.

Bild: Thinkstock, iStock, David Franklin

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